Die Geschichte des Vereins
In den Jahren zwischen 1840 und 1850 wurde von einigen sangesfrohen Männern eine Gesangsabteilung ins Leben gerufen, aus der anlässlich einer örtlichen Feier der „Gesang- und Theaterverein Eintracht“ gegründet wurde. Die Mitglieder jener Zeit waren angesehene Bürger jeden Standes. Im Jahre 1858, 15 Jahre nach der Gründung feierte der Verein seine Fahnenweihe. Auf schwarzer und roter Seide stand die goldene Inschrift „Gesangverein Eintracht Eppelheim, gegründet 1844“. Diese Fahne, die nach dem 1. Weltkrieg spurlos verschwunden ist, hatte der Urgroßvater des Sängers Peter Heidt lange Zeit als Fähnrich vorangetragen. Der Krieg 1870/71 zog auch den Gesangverein „Eintracht“ in Mitleidenschaft. Zwei der besten Sänger kehrten nicht mehr zurück, sie starben für ihre Heimat. Im Jahre 1901 wurde der Sängerbund „Germania“ gegründet, dem sich eine Anzahl Sänger der „Eintracht“ anschloss. Es begann leider eine beiden Vereinen nicht dienliche Rivalität. So kam es, dass 1909 der „Arbeitergesangverein“ gegründet wurde. Auch hier waren wieder Sänger der „Eintracht“ dabei. Man kann mit Recht sagen, das der Gesangverein „Eintracht“ die Mutter der Eppelheimer Gesangvereine war. Der „Arbeitergesangverein“ feierte 1912 Fahnenweihe, an der sich die Gesangvereine „Eintracht“ und „Germania“ beteiligten. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges hatten die Vereine über den Verlust eines großen Teiles der aktiven Sänger zu beklagen. Aber auch in der größten Not fanden sich Männer, welche die Sänger wieder zur Pflege des deutschen Liedes zusammenriefen. Bei der „Eintracht“ war es der 1. Vorstand Mathias Schlegel und beim „Arbeitergesangverein“ Jakob Riegler. Die Inflationszeit und die Zeit der großen Arbeitslosigkeit brachte den Gesangvereinen nicht nur finanzielle Not, sie hatten auch um ihre Existenz zu kämpfen. Im dritten Reiche wurden alle Arbeitervereine aufgelöst und die verbliebenen Vereinigungen durch Gesetz gleichgeschaltet. Der größte Teil der damaligen Arbeitersänger trat dem Sängerbund „Eintracht“ bei. Ein Jahr nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs erteilte die amerikanische Militärregierung die Genehmigung zur Wiedergründung der Gesangvereine. Die Sangesbrüder Martin Rösch und Martin Riegler riefen die Sänger zu einer Generalversammlung, bei welcher einstimmig beschlossen wurde, zusammen zu bleiben und dem Verein den Namen „Arbeitergesangverein Eintracht 1844. e.V.“ zu geben. Schöne Erfolge, errungen in fairen Sängerwettstreiten, erschafften dem Arbeitergesangverein „Eintracht“ 1844 einen guten Ruf. Das 110jährige Jubiläum wurde zu einer Demonstration für die Pflege des deutschen Liedes in unserem Raume. Allen mitwirkenden Vereinen und Gästen wurden die tage des Sängerwettstreites zu einem Erlebnis. 1960 wurde das eigene Sängerheim in beispielhaftem Einsatz aller Vereinsmitglieder errichtet. Die Gaststätte erhielt später den Namen „Zur goldenen Sonne“. Am 5. März 1971 wurde der Frauenchor gegründet und konnte bereits 1972 anlässlich eines Liederabends sein Können beweisen. Zwischenzeitlich war der Verein auf 40 Sängerinnen angewachsen. Ein 1976 ins Leben gerufener Kinder- und Jugendchor hatte leider keinen Bestand und wurde 1980 wieder aufgelöst. Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des AGV waren auch die über Jahrzehnte veranstalteten Kappenabende. Büttenreden und Gesang beherrschten diese Abende. Leider werden diese Kappenabende seit 2002 nicht mehr veranstaltet. Wie in vielen anderen Vereinen so kämpft auch der AGV Eintracht 1844 e. V. um Mitglieder, wobei man immer beachten muss, dass nicht immer Quantität etwas über die Qualität eines Vereines aussagt. Wer beim AGV mitsingt, bereitet sich selbst die größte Freude. |